Intergroup Creative Industries in Europe

Meine Arbeit in der Intergroup “Kreativwirtschaft”

Seit dem Frühjahr 2015 bin ich Initiator und Co-Vorsitzender der Intergroup “Kreativwirtschaft” im Europaparlament, ein Anliegen, das mir ganz besonders am Herzen liegt. Kreativwirtschaft umfasst Literatur und Presse, Musik und Theater, Architektur, Design und Kunst sowie die Rundfunk- und Filmproduktion, die zu unserer europäischen kulturellen Vielfalt beitragen und auf unermessliche Weise unser tägliches Leben bereichern. Gleichzeitig ist die wirtschaftliche Bedeutung der Kreativ-Unternehmen für Brandenburg und ganz Europa nicht zu unterschätzen. Die essentielle Rolle dieses Wirtschaftszweigs möchte ich deshalb einen angemessenen Platz in meiner parlamentarischen Arbeit zukommen lassen.

Gerade für Brandenburg spielt die Kreativwirtschaft eine wichtige kulturelle sowie wirtschaftliche Rolle und verzeichnet einen Jahresumsatz von rund 20 Mrd. Euro. Die Erfolge von Filmen wie “Grand Budapest Hotel”, “Inglorious Basterds”, “Der Vorleser” oder “Der Pianist” beweisen, dass die Babelsberger Filmstudios über die Grenzen Brandenburgs für Qualität und Know-How stehen. Der Medienstandort Berlin-Brandenburg bietet ein enormes Potenzial für die Bürgerinnen und Bürger der Region und sichert allein in Brandenburg mit rund 30.000 Unternehmen mehr als 220.000 Arbeitsplätze. Zunehmend attraktiv wird die Hauptstadtregion auch für Spielproduktionsfirmen und ist Standort für rund 500 Verlage.

In der gesamten EU erwirtschaften Kreativ-Unternehmen mehr als 550 Mrd. Euro pro Jahr. Somit macht die Wertschöpfung in diesem Sektor 4,4 Prozent des Bruttoinlandprodukts aus und schafft 8,3 Mio. Vollzeitjobs.

Warum die Kreativwirtschaft gerade jetzt im Fokus steht.

Themen, die die Kreativwirtschaft betreffen, werden in der kommenden Legislaturperiode in mehreren Ausschüssen eine wichtige Rolle spielen. Daher ist eine fraktionsübergreifende Aussprache wichtig und konstruktiv - denn die Erneuerung des Copyrights, die Vernetzung der europäischen Kreativindustrie und natürlich die allgemeine Meinungsfreiheit betreffen uns alle.

Gerade die digitale Revolution stellt für die Kreativwirtschaft zunehmend eine große Herausforderung dar. Die Fernseh- und Filmproduktion ausgenommen, verzeichnen alle Kernbereiche einen stetigen Rückgang in ihren traditionellen Geschäftsmodellen. Dies führt wiederum zu geringeren öffentlichen und privaten Investitionen. Deshalb ist es jetzt umso wichtiger, die europäischen und nationalen Urheberrechtsbestimmungen zu überprüfen und festzustellen, was im Kampf gegen Produktpiraterie besser gemacht werden kann. Genauso wichtig ist es festzustellen, ob die bisherigen Richtlinien die digitale und grenzüberschreitende Verbreitung kultureller Güter verhindern oder die Entwicklung von innovativen web-basierten Geschäftsmodellen eher hemmen.

Um diese Herausforderungen anzugehen, stehen mehrere substanzielle politische Entscheidungen auf EU-Ebene an, wobei vor allem die Modernisierung der EU-Copyright-Richtlinie von enormer Bedeutung ist. Außerdem muss eine bessere Förderung der wachsenden Start-Up-Gemeinde Europas gewährleistet werden, wozu auch der vereinfachte Zugriff auf Risikokapital gehört. Zu guter Letzt müssen EU-Förderprogramme wie Horizont 2020 und Creative Europe auf ihre Effizienz in Bezug zu den sehr unterschiedlichen Bedürfnissen der europäischen Kulturgemeinschaft untersucht werden. Auch eventuelle Auswirkungen neuer EU-Freihandelsabkommen auf Europas Kreativwirtschaft müssen genau erforscht werden. Angesichts aktueller Verhandlungen zu Freihandelsabkommen mit Drittländern wie CETA und TTIP treten in diesem Sinne viele neue Fragen auf.

Was sind Intergroups?

Intergroups sind informelle parlamentarische Arbeitsgruppen, die von Abgeordneten fraktions- und parteiübergreifend zu einem bestimmten Thema gebildet werden können. An den Treffen von Intergroups nehmen neben den Abgeordneten auch Vertreter von Unternehmen, Organisationen und Verbänden teil. Sie sind zwar keine offiziellen Organe des Europäischen Parlaments, können aber trotzdem durchaus Einfluss auf die Meinungsbildung im Parlament und der EU insgesamt haben, insofern sie Abgeordnete aus unterschiedlichen Fraktionen zusammenbringen, die sich für ein gemeinsames Anliegen stark machen und so parteiübergreifende Koalitionen mobilisieren können. Unsere Intergroup zählt derzeit über 40 Mitglieder und hat ständigen Kontakt zu den wichtigsten Stakeholdern.

Hier können Sie nähere Informationen zu den Intergroups/Interfraktionellen Arbeitsgruppen abrufen: http://www.europarl.europa.eu/aboutparliament/de/00c9d93c87/Intergroups.html